SeaOrbiter

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Unser aller Heimat ist der Blaue Planet. Seinen Namen hat er aufgrund der unvorstellbaren Wassermassen, die ihn bedecken. Wie typisch für menschliche Psyche, dass sie nur das erforschen möchte, was sie sehen kann, wie beispielsweise das Weltall. So kommt es, dass wir bereits in der Lage sind, Spielzeugautos auf dem Planet Mars fahren zu lassen – jedoch die unendlichen Weiten der Ozeane nur marginal erforscht sind.

Diesem Widerspruch hat sich ein Mann mit seinem Lebenswerk gewidmet: Jaques Rougerie. Auf seiner faszinierenden Website (siehe www.rougerie.com), die sich wie ein Katalog visionärer Projekte liest, zeigt Rougerie welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt, sich dem Ozean als Lebensform zu nähern, um seine Wirkungsweise, seine Geheimnisse besser verstehen zu können – was schlussendlich zum Wohle aller beitragen wird.

Sein aktuelles Projekt „SeaOrbiter“ hat dabei alle Erfahrungen aus der Vergangenheit integriert und optimiert. Insgesamt ist dieses Bauwerk etwa 58 Meter hoch und knapp 24 Meter breit, es bietet genügend Platz für 18 Wissenschaftler, Taucher, Nautiker und Techniker, die für einen nahezu unbegrenzten Zeitraum unter und über Wasser leben und arbeiten können. SeaOrbiter benutzt dabei die Gezeiten und Strömungen als Fortbewegung, kann mit Solar- und Wind-betriebenen Schrauben die Fahrtrichtung beeinflussen und so gezielt manövrieren. Modernste Navigations- und Communications-Technologie sind ebenso selbstverständlich, wie die neuesten Labor-Ausstattungen, die für professionellstes wissenschaftliches Arbeiten die Grundlage bilden. Der Stapellauf wird derzeit für das kommende Jahr avisiert, die Kosten wurden bislang auf etwa 40 Millionen Euro geschätzt.

Was soll dieser enorme Aufwand bringen? Langzeitstudien haben eine viel größere Wirksamkeit und Effektivität als kurzzeitig beobachtete Phänomene, kehren Erkenntnisse manchmal sogar in ihr Gegenteil um. Wissen, das auf fundierten Langzeitbeobachtungen fußt, hat natürlich ganz andere Konsequenzen. Somit lassen sich Begriffe wie Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein in ganz neue Kontexte stellen und sorgen dafür, dass der rücksichtslose Raubbau in den Weltmeeren hoffentlich bald ein Ende hat. Bereits heute hat die raffgierige Spezies homo sapiens (vulgo: Mensch) Lebensformen unwiederbringlich ausgelöscht, von deren Existenz wir nicht einmal wussten!

Zudem hat ein derart vielseitig einsetzbare Station wie SeaOrbiter eine Faszination für die mannigfachsten Fachbereiche: Mikrobiologen können Plankton in nie dagewesener Art und Weise studieren, Biologen und Verhaltensforscher profitieren in ähnlicher Weise. Strömungswissenschaftler könnten mit ihren Erkenntnissen die Schiffahrt revolutionieren, Astronauten können das Leben in der Schwerelosigkeit nicht nur im Pool trainieren, Erdbeben und Tsunamis ließen sich ebenso optimierter beobachten, wie bislang ins Fabelreich verbannte Phänomene wie „Monsterwave“ oder „Megamouth“.

Hinzu kommt, dass sich der für die Menschheit nutzbare Vorteil bislang nur erahnen lässt, die eigentliche Tragweite der ungeheuren Möglichkeiten wird erst zur Gänze erlebbar, wenn SeaOrbiter einige Zeit im Einsatz ist. Viele, noch gar nicht angedachte Optionen werden im Laufe der eigentlichen Arbeit dann erst erkennbar werden, denn vergleichbare Projekte mit derart ganzheitlichem Ansatzes hat es bislang noch nicht gegeben; selbst Jaques Cousteau mit seinen Projekten Conshelf I, II und III (der Michel berichtete) konnte damals in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nur einen Anfang machen…

Dass die Vision von Jaques Rougerie keine Phantasterei eines Spinners ist, beweist die Liste der beteiligten Sponsoren; unter anderem sind folgende „global player“ darunter: Microsoft, National Geographic, die Nasa, Rolex, Marintek, esa und EADS – um nur die bekanntesten zu nennen. Wer sich eingehender informieren möchte, findet auf der website www.seaorbiter.com weitere Information. Wir wünschen dem gesamten Team einen reibungslosen Start und unendlich spannende Abenteuer und Erkenntnisse, die unser Leben auf dem blauen Planeten harmonischer gestalten mögen! Möge uns National Geographic in der Zukunft wunderbare Filme über die einmaligen Reisen der SeaOrbiter in die Wohnzimmer liefern – wir sind heute schon gespannt!

Der Text wurde auf der Basis von Dokumenten erstellt, die uns freundlicherweise von Herrn Ariel Fuchs (Science, Education & Media Director, International Coordination, SeaOrbiter ®) zur Verfügung gestellt wurden. Herzlichen Dank dafür! Copyright der Illustration hat natürlich ausschließlich die Firma SeaOrbiter ® !

Anm.d. Redaktion:

Tiefergehende Informationen und ein 4 Meter großes Modell des SeaOrbiters gibt es noch bis zum 04.November 2012 in der Ausstellung "Tiefsee" im Lokschuppen Rosenheim zu bestaunen: http://www.lokschuppen.de


<< zurück | 27.03.2012 - 00:00 - © by Manuel Gollek
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