Euro Motor

Erstmalig fand am diesjährigen, ersten Adventswochenende die „EURO Motor“ in München statt, eine Messe, die...

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Bildquelle: Manuel Gollek

(mg) Erstmalig fand am diesjährigen, ersten Adventswochenende die „EURO Motor“ in München statt, eine Messe, die ´handverlesene Unternehmen mit dem Schwerpunkt Fahrkultur und Lifestyle´ präsentierte – klar, dass DER MICHEL vor Ort war! Zum einen waren hier nicht nur die Aussteller aus dem vermeintlichen Premium Segment, die Besucher waren es auch: vulgo „nur für geladene Gäste“, nicht öffentlich also.

 

Wenn die Latte so hoch hängt, sind die Erwartungen mindestens ebenso groß – die Fallhöhe aber natürlich auch! Freitagmittag fand zum Auftakt zunächst einmal eine Versteigerung zugunsten der Childhood Fundation statt, auf dem Podium fanden sich Prinz Luitpold von Bayern und Jochen Maas, um der Veranstaltung auch die nötige Promi-Dichte zu verleihen. Da kamen Luxus Wochenenden unter den Hammer und Dienstleistung diverser High-End Anbieter – nach zwei Stunden konnte man die stolze Gewinnsumme verkünden: ganze 10.000 Euro wurden der Stiftung überreicht –  präsentiert wurde der übergroße Scheck stilecht vor einem HORCH 853 Coupé (Marktwert so um die 1.6 Millionen Euro!!!). München leuchtete einmal mehr…

 

Der Rundgang durch die beiden Hallen ließ den Enthusiasten wie den Kenner schmunzeln: allenthalben Messepreise! 2013 ist das „Pagoden Jahr“ und in jedem Fachmagazin wird der Marktwert dieses wunderbaren Roadsters im Zustand „2“ mit 60.000 Euro angegeben. Wir zählten so fünf bis sechs Wagen dieses Typs, keiner davon in makellosem Zustand – aber alle in der Gegend um die 100.000 Euro. Ähnlich beim 190 SL, 300 SL und weiteren Exemplaren aus dem Hause Mercedes; generell waren außer den „üblichen Verdächtigen“ (356er, 911er, Corvette C1 und E-Type) keine nennenswerten Exoten zu sehen. Schade eigentlich, denn immerhin waren aus dem Süddeutschen Raum so alle „Premium Anbieter“ vor Ort – allerdings nicht, um die Fahne für Oldtimer hoch zu halten, sondern um vermeintlich ahnungslose Millionäre zu erleichtern…

 

Wie ausgesprochen seriös und pfiffig man als Aussteller dem interessierten Laien begegnen kann, möge der kleine Zwischenfall illustrieren: „Ob man sich nicht einen Moment setzen wolle, bei einem Glas Wein“ wurde man angesprochen. Der freundliche Herr um die sechzig kredenzte alsbald ein Glas Rotwein und ließ etwas Zeit zur Verkostung verstreichen. Der Tropfen mundete leidlich und so war die Frage nach der Herkunft berechtigt. Mit französischen Akzent wurde uns ein Dorf in der Nähe von ??? genannt, die Flasche würde hier einundsechzig Euro kosten, sofort zahlbar und man würde persönlich beliefert. Wir fragten nach Preislisten, Visitenkarte und/oder Prospekt – Fehlanzeige! „Non, non, Sie müssen sisch schon sofohort entschliehsssöön!“ Wir machten daraufhin sofohort Platz für den nächsten Weinkenner…

 

Alles in allem also ein schöner, unterhaltsamer und vor allem sehr informativer Rundgang durch die Welt der Schönen, der Reichen, der „Adabeis“ und „Wonnabees“ dieser Weltstadt mit Herz; sieht man noch einmal wehmütig zurück auf den Betrag, der der Childhood Fundation (www.childhood.org/de) zukommt, kann man es sich nicht verkneifen, über die Größe des Münchner Herzens nachzudenken…  


<< zurück | 19.04.2012 - 00:07 - © by Manuel Gollek
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